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Wir haben BĂ€umchen!

Last updated on 24. November 2021

So lange noch, bis das Haus kommt...

Am Wochenende haben wir unsere ersten sieben BĂ€umchen auf das GrundstĂŒck gepflanzt – ganz professionell mit Holzpflock und geschĂŒtzt vor Rehen und Kaninchen.  Das Ganze hat zu viert auch nur knapp 6 Stunden gedauert.

Unsere Gartenplanung lĂ€uft ja schon lĂ€nger in vollen ZĂŒgen. Professionelle Hilfe gab es auch, nĂ€mlich von Johanna von Garteneuphorie. Ihr Motto ist „wild und schön“ was besser nicht passen könnte. Zu unserer Zusammenarbeit und dem Plan, den Johanna uns gemacht hat, wird es auch noch einen eigenen Post geben.

Wo kommen die BĂ€ume her?

Baumschule Puchert in Zeesen

Wir haben uns entschieden, regionale Unternehmen zu unterstĂŒtzen, deswegen haben wir die BĂ€ume in Zeesen, in der Baumschule Puchert gekauft. Die Baumschule gibt es seit fast einem Jahrhundert und ist ein Familienbetrieb. Wir wurden kurz und bĂŒndig beraten und durften uns sogar umsonst einen AnhĂ€nger von der Baumschule leihen.
Das Einzige was ich schade fand, war dass sie dort noch Erde mit Torf verkaufen, bitte kauft torffreie Erden!

Da wir das erste Mal ĂŒberhaupt unsere AnhĂ€ngerkupplung angebracht haben (bzw wollten), klappte das dank Rost erstmal gar nicht. Dabei ging dann sogar noch ein Handy kaputt 🙄. Wir sind trotzdem zu der Baumschule gefahren, um schonmal BĂ€ume auszuwĂ€hlen und zu bezahlen. Als wir von unserem Dilemma erzĂ€hlt haben, brachte uns der Inhaber mehrere Öle und Rostlöser um uns zu helfen. Und siehe da, wĂ€hrend der Mops bei einem Spaziergang in eine MatschpfĂŒtze fiel, löste sich der Rost genug um die AnhĂ€ngerkupplung anzubringen. Also großes Dankeschön an die Hilfsbereitschaft ❀✚

Mops nach Begegnung mit einer MatschpfĂŒtze
AnhÀngerkupplung endlich dran

Welche BĂ€ume?

NatĂŒrlich haben wir uns auch bei den BĂ€umchen einiges an Gedanken gemacht. Bei den ObstbĂ€umen habe ich mich von der Baumschule beraten lassen, die LaubbĂ€ume haben wir uns selbst ĂŒberlegt.

Alle BĂ€umchen aufgeladen.

Streuobstwiese

Wir haben uns schon relativ frĂŒh vorgestellt eine kleine Streuobstwiese anzulegen. Unsere kleine Ecke entspricht zwar nicht ganz den gesetzlichen Vorgaben fĂŒr Streuobstwiesen, aber fĂŒr uns reicht es aus. Unter den BĂ€umen werden wir Insektenweide pflanzen, da wir an die BĂ€ume nur zum schneiden und ernten ran mĂŒssen.

Wir wollten gerne alte Sorten, zwei Äpfel und zwei Birnen. Zwei Kirschen stehen schon im Garten bei der Wohnung, die werden in den nĂ€chsten zwei Wochen bei gutem Wetter umgesetzt. Die Namen habe ich leider vergessen, aber es sind Knupperkirschen, die sehr groß werden und sehr lecker schmecken. Eine ist auf jeden Fall die „Große Schwarze Knorpelkirsche„, die andere bleibt trotz intensiver Suche unbekannt – nein beim ausgraben haben wir den Namen gefunden! Es ist die „Kassins frĂŒhe Herzkirsche„.

Die Äpfel haben wir mit Hilfe der Baumschule ausgewĂ€hlt, ich wollte gerne alte Sorten und mag gerne Äpfel, die relativ sĂ€uerlich sind, wie z. B. Jonagold und Elstar, frĂŒher war mein Lieblingsapfel Granny Smith. Mit diesen Infos suchte uns die Mitarbeiterin die GoldparmĂ€ne und die Rekarda aus.
Die GoldparmĂ€ne ist eine der Ă€ltesten Apfelsorten. Sie ist bereits seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Die Rekarda ist gar keine alte Sorte, es gibt sie erst seit 2013 im Handel. Ist aber okay fĂŒr mich. Beides sind Winter- und LagerĂ€pfel. Um ehrlich zu sein, war uns ĂŒberhaupt nicht bewusst das die meisten Äpfel erst gelagert werden mĂŒssen und direkt vom Baum noch nicht das endgĂŒltige Aroma erreicht haben đŸ€Ż.
NatĂŒrlich mĂŒssen die Äpfel sich auch gegenseitig befruchten können, da es keine anderen ObstbĂ€ume in der NĂ€he gibt. Es gibt aber auch selbstbefruchtende Arten. Eine Liste mit Befruchtungstabelle findet ihr hier.

Birnen esse ich super gerne, aber leider vergesse ich grundsĂ€tzlich welche mir schmecken. Ich mag gerne glatte FrĂŒchte, die super super saftig sind. Mit diesen mickrigen Infos wurde uns die GrĂ€fin von Paris und die rote Williams Christ empfohlen. Wenn ich die Beschreibungen schon lese, lĂ€uft mir das Wasser im Mund zusammen. Hier findet ihr eine Befruchtungstabelle fĂŒr Birnen.

Die BĂ€umchen sind alle so circa 2 Meter hoch, und haben einen Stammdurchmesser von 3 – 4 cm.

GĂ€rtnern <3

Kleiner Exkurs – Baumformen bei Obst

Achtung! Was wir nicht wussten und nicht beachtet haben, ist das es verschiedene Baumformen gibt. Buschbaum, SÀulenbaum, Halbstamm und Hochstamm. Das könnt ihr hier nochmal nachlesen.
Wir sind uns nicht ganz sicher, welche Art von BĂ€umchen wir gekauft haben, aber gehen aufgrund von GrĂ¶ĂŸe und Wachstum davon aus, dass es BuschbĂ€ume sind. ObstbĂ€ume sind veredelt – heißt also das sie auf eine Unterlage, also Wurzeln und kleines StĂŒck Stamm aufgepfropft. BuschbĂ€ume sind auf einer Unterlage veredelt, die das Wachstum um ca. 50 % reduziert. Dadurch werden sie nicht so hoch und ausladend. Das hat natĂŒrlich Vor- und Nachteile. Die BuschbĂ€ume können kaum unterpflanzt werden (bei uns soll nur Insektenweide darunter, das geht noch). Sie haben nur einen circa 60 cm hohen Stamm, dann beginnt die Krone. Sie werden auch insgesamt nur 3 – 4 m hoch. Und sie leben nur 20 – 25 Jahre. DafĂŒr tragen sie sehr frĂŒh und sehr reichhaltig.

Wir wollten eigentlich HalbstĂ€mme, aber wir kannten den Begriff noch nicht. . Wir hĂ€tten lieber höhere und breitere BĂ€ume und sind jetzt auch verunsichert, ob unser Pflanzabstand nicht vielleicht recht groß sind und alles verloren aussieht. Jetzt mĂŒssen wir ĂŒberlegen ob wir alles umwerfen und auf HalbstĂ€mme umschwenken, oder ob wir es so lassen.

Wir haben unsere Baumschule erreicht und sie verkaufen gar keine BuschbĂ€ume, die kommen wohl mit dem harschen Brandenburgischen Sandboden nicht zurecht. Es ist entweder ein Niederstamm (noch ein neuer Begriff 😂) oder tatsĂ€chlich ein Halbstamm. Ein grĂ¶ĂŸerer Abstand ist sogar besser fĂŒr die BĂ€umchen, also bleibt jetzt alles erstmal so.

LaubbÀume

Da auf unserem GrundstĂŒck vorher Wald war, mĂŒssen wir laut B-Plan Ausgleichspflanzungen vornehmen. Zur Auswahl standen Hainbuche, Feld-Ahorn, Winterlinde, Stiel-Eiche oder Trauben-Eiche. Eichen kamen wegen dem verbreiteten Eichenprozessionsspinner fĂŒr uns nicht in Frage. Zudem enthalten die BlĂ€tter Gerbstoffe, weswegen diese nur fĂŒr wenige Pflanzen zum Mulchen verwendet werden können. Trotzdem sind Eichen tolle BĂ€ume! Die Winterlinde ist eine der besten Bienenweiden ĂŒberhaupt und war deswegen in der engeren Auswahl. Da sie aber Trockenperioden nicht immer gut ĂŒbersteht und dazu noch sehr stark von BlattlĂ€usen befallen wird, dessen Kot sich dann als klebriger Honigtau ĂŒberall festsetzt, ist sie leider auch ausgeschieden. Also bleiben noch der Feld-Ahorn und die Hainbuche.

Der Feld-Ahorn ist extrem robust, bietet (wenn er grĂ¶ĂŸer ist) RĂŒckzugsorte und NistplĂ€tze fĂŒr Vögel, die er mit seinen Beeren fĂŒttert. Dazu ist er auch eine Insektenweide und stört sich nicht an langen Trockenzeiten. Die Hainbuche wird meistens als Hecke gepflanzt, wir lassen den Baum aber als SolitĂ€r. Sie ist ebenfalls sehr robust, ihre NĂŒsse ernĂ€hren Vögel und Nagetiere bis in den Winter hinein und ihre BlĂŒten Insekten im FrĂŒhling.

Als dritten und letzten Baum haben wir uns eine Espe ausgesucht. Auch Zitterpappel genannt, macht sie diesem Namen alle Ehre. Schon bei kleinsten LuftzĂŒgen zittern die BlĂ€tter und erzeugen ein wunderschönes Rauschen. Ich hatte sie bei SpaziergĂ€ngen gesehen und dann mehr ĂŒber sie gelesen. Was ich dabei gelernt habe, ist das ihre BlĂŒten fĂŒr Insekten keine Rolle spielen, da sie ein WindbestĂ€uber ist. ABER sie ist eine wichtige Futterquelle fĂŒr Raupen von mehr als 97 Schmetterlingsarten. Sie besitzt am Blattgrund außerfloralen Nektarien, damit liefert sie zuckerreichen Saft der fĂŒr allerlei Insekten. Insbesondere fĂŒr Schmetterlinge ist die Espe eine der wichtigsten BĂ€ume ĂŒberhaupt.

Alle unsere LaubbÀume sind zwischen drei bis vier Meter hoch und haben einen Durchmesser von circa 4 bis 5 cm.

Wenn das Haus steht, dĂŒrfen noch weitere StrĂ€ucher und ein bis zwei BĂ€ume einziehen. Aber das reicht jetzt erstmal fĂŒr dieses Jahr.

Anpflanzung

Ich habe mich vorher belesen und nachgeschaut, ab wann BĂ€ume einen Befestigungspflock brauchen, wie mensch den anbringen muss und allgemein was wichtig ist beim anpflanzen.

Guckt bei jeder Pflanze am Besten vorher nach, was sie braucht und wie sie gepflanzt werden soll. Dies ist keine allgemeingĂŒltige Anleitung.

Unser Ablauf:

Als erstes soll meistens ein Loch ausgehoben werden, was doppelt bis dreifach so breit ist wie der Ballen. Die meisten BĂ€ume dĂŒrfen auf keinen Fall tiefer gesetzt werden, als sie vorher im Topf oder in der Erde waren. Trotzdem macht es – je nach Boden – Sinn das Loch etwas tiefer zu machen und entweder mit Humus oder gedĂŒngter Pflanzenerde oder anderen Zusatzstoffen zu verbessern. Wir wollten eigentlich Humus in das Loch geben, aber es gab leider keinen ohne Torf im Bauhaus. Daher haben wir etwas mit torffreier Pflanzerde aufgefĂŒllt. Vorher haben wir geguckt, wo der Befestigungspflock hin soll. Unser Wind kommt von Westen und an die Windseite soll auch der Pflock. Wir haben mit einem Handbagger (sehr gutes Tool!) an der Stelle dann ein tieferes Loch ausgehoben und den Pflock mit einem Vorschlaghammer mindestens 60 cm in die Erde gerammt. Die Erde wird dann festgestampft und nachgesehen, ob der Baum in der richtigen Tiefe im Loch sitzt. Dann haben wir die Wurzeln mit einem Cutter angeritzt und versucht sie so weit es ging aufzulockern. Verletzte Wurzeln oder sehr lange sollten mit einer scharfen (!) Schere abgeschnitten werden. Dann kommt der Baum in das Loch, wird mit einem Erd-Sandgemisch aufgefĂŒllt und festgetreten. Anschließend am Besten aus Erde einen Gießwall formen, damit ihr besser einschlĂ€mmen könnt. Das EinschlĂ€mmen dient dazu, dass die ZwischenrĂ€ume der Wurzeln mit Erde gefĂŒllt werden. Da könnt ihr mehrfach den Gießring bis zum Anschlag fĂŒllen.

Sicherung vor Verbiss

Da unser GrundstĂŒck direkt am Wald liegt haben wir entschieden unsere BĂ€ume vor Verbiss zu schĂŒtzen. Wir haben noch keinen Zaun und finden immer wieder Rehspuren auf unserem GrundstĂŒck. Hasen und Kaninchen gibt es bestimmt auch. An sich super schön, aber zum snacken hatten wir die BĂ€ume nicht gekauft 😅

Es gibt im Handel alle möglichen Arten die BĂ€ume zu schĂŒtzen, aber die meisten sind aus Plastik. Ich möchte Plastik soweit es geht vermeiden (Ă€rgere mich auch noch, dass wir nicht dran gedacht haben uns Erde liefern zu lassen, anstatt diese in PlastiksĂ€cken zu kaufen). Daher habe ich nach Alternativen geguckt und diese Anleitung gefunden: Mitwachsender Verbissschutz. Auch hier wird ein Plastiksack verwendet, wir haben den aber durch einen Jutesack ersetzt, bzw. einen Streifen zerschnittenen Jutesacks. Unser Drahtgeflecht war etwas kleiner, aber an der richtigen Stelle geschnitten konnte mensch den sehr gut ineinander flechten. Wir haben aber noch zusĂ€tzlich Gartendraht benutzt, um den Jutesack an den Baum zu binden. Bei uns sind die BĂ€ume ja auch nicht irgendwo in unserem riesigen Forst, sondern in unserem zukĂŒnftigen Garten. NĂ€chstes Jahr können die also ab, wenn wir einen Zaun haben.

Feld-Ahorn (vorne) und Hainbuche mit Verbissschutz

Wir haben es geschafft…

Es hat zu viert auch nur knapp sechs Stunden gedauert, trotz zwei Schaufeln, einem Handbagger, perfekter Vorbereitung und eigentlich ohne Pause. Ich hatte das echt unterschÀtzt. Wie ihr an den Bildern seht, wurde es dann schon langsam dunkel, als wir endlich fertig waren.

Aber es hat sich total gelohnt, wir sind super happy und zufrieden und hoffen alles wĂ€chst gut an und fĂŒhlt sich wohl bei uns!

FĂŒr alle BĂ€ume zusammen haben wir 375 € gezahlt, was ich absolut fair finde. FĂŒr Zubehör nochmal um die 250 €.

Und wo stehen die BĂ€umchen jetzt genau?

Hier seht ihr Johannas Planung und unsere Umsetzung, wir haben uns mit dem NordgrundstĂŒck etwas missverstanden. Deswegen war das GrundstĂŒck noch hinterher geplant worden und der Waldstreifen ist nicht berĂŒcksichtigt.

Hier seht ihr unseren ausgedruckten Papierplan, den wir beim bepflanzen mit hatten. Deswegen ist er auch sehr mitgenommen.

verschwommener, etwas mitgenommener Gartenplan

Nochmal ein Bild von dem Teil vom Garten, in dem wir gepflanzt haben:

Nordteil vom Garten mit Waldgrenze und neu eingezeichneten BĂ€umen

In 1 seht ihr unsere Streuobstwiese, im unteren Teil steht links die GoldparamĂ€ne, daneben die Rekarda, dadrĂŒber stehen die Birnen, links die rote Williams Christ und rechts die GrĂ€fin von Paris. Die Nummer 2 ist der Feld-Ahorn, die Nummer 3 die Hainbuche und die Nummer 4 ist unsere Espe. Die eingemalten GrĂ¶ĂŸen entsprechen nicht den EndgrĂ¶ĂŸen der BĂ€ume, außer die von Johanna im Plan eingetragenen.

Die Kirschen seht ihr rechts unter den Birnen- und ApfelbÀumen.

Published inGarten

2 Comments

  1. Lenny

    Sind die BĂ€ume gut angegangen jetzt im FrĂŒhjahr?

    0
    • HolzhĂ€uschen2

      Hey Lenny,
      die Espe sieht nicht ganz so gut aus, der obere Trieb ist abgestorben. Aber alle anderen sind gut angewachsen, auch die zwei Kirschen die wir aus meinem Garten mitgebracht haben.

      0

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