Zum Inhalt springen

Kröten- und Käferkeller unter Benjes Hecke

So lange noch, bis das Haus kommt...

Wir haben einen Kröten- und Käferkeller angelegt. Dazu mussten wir ganz schön graben. Außerdem haben wir invasive Sträucher / Bäume entfernt und neue einheimische Wildsträucher gepflanzt.

sepp hatte Geburtstag und hat sich gewünscht, dass wir nicht im Haus arbeiten, an dem Tag. Aber dafür im Garten :D. Und zwar wollte sepp den Kröten- und Käferkeller in unserer Benjes Hecke anlegen. Die Hecke haben wir schon vor ein paar Wochen begonnen. Hier ist der Post dazu.

Geburtstagskinder bekommen natürlich ihren Willen!

Hortus Chiroptera

Ach, was wir noch gar nicht erwähnt haben… Wir haben entschieden unseren Garten an das Hortus Netzwerk anzuschließen, dazu werde ich wann anders aber noch mehr schreiben.

In dem Netzwerk haben alle Gärten lateinische Namen. Wir haben uns für Chiroptera entschieden, übersetzt „Fledertiere“. Uns haben es die Fledermäuse ja besonders angetan und wir möchten sie gerne schützen und ihre Lebensräume verbessern. Mal sehen, wohin uns dieser Weg noch führt.

Kröten- und Käferkeller

Ein weiteres Naturgarten Modul zieht in unseren Garten ein. Uns ist wichtig, das verschiedene Lebensräume für alle Arten von Tieren in unserem Garten entstehen. Die Totholzhecke ist ein solches Modul, aber es sind noch weitere geplant (Reptilienburg, Sandarium, Teich, Sumpfbeet, Bachlauf, etc).

Der Kröten- und Käferkeller soll einen Unterschlupf und Kinderstube für Amphibien und Käfer sein. Viele Käferarten benötigen Totholz für ihre Brut und auch Amphibien brauchen einen Platz zum Überwintern und aufhalten. Wir haben jetzt bereits einige Erdkröten (Bufo Bufo) bei uns auf dem Grundstück.

Wir haben verschiedene Anleitungen gelesen und alle unterschieden sich ein bisschen voneinander. Wir hatten uns zuerst an die Anleitung vom LBVS gehalten. Später, als das Loch schon ausgehoben und befüllt war, haben wir gesehen dass es Sinn macht die Ränder abzuflachen, wie bei anderen Anleitungen angegeben. Das müssen wir wann anders noch nach holen.

Aber seht erstmal, wie wir begonnen haben.

Erstmal richtig tief graben

Laut Anleitung soll das Loch 1 x 1 Meter groß sein und circa 80 cm tief, um eine Frostfreiheit zu erreichen. Im ehemaligen Wald sind da auch echt viele Wurzeln. Wir haben den Keller an eine Stelle gelegt. wo vorrangig tote Birken stehen, um die anderen Bäume nicht zu gefährden.

Danach haben wir den unteren Bereich mit 15 cm Laub aufgefüllt und nass gemacht.

Dazu kamen dann noch ein paar Reste von unseren Dachziegeln. Anschließend haben wir großes Totholz stehend in die Grube gestellt.

Vom Prinzip her ist stehendes Totholz wohl „besser“ (im Sinne von für mehr Arten interessant) als liegendes. Laubgehölz besser als Nadelholz, dicke Stämme besser als dünnere.

In unserem Keller ist Birke, Kiefer, Robinie und Eiche. Ein paar Mini Pappeln sicherlich auch. Dazwischen kommen dann Steine in verschiedenen Größen und kleinere Stöcker und Holzteile.

Vorläufiger Endstand. Die Ränder müssen noch abgeflacht werden, dass ist klar. Aber „oben rum“ ist es noch recht offen. Das isoliert dann ja gar nicht unten und wird doch sicherlich sehr kalt? Damit ist dann die Frostfreiheit auch nicht gewährt? Wir denken, dass das irgendwie noch aufgefüllt werden muss. Aber womit? Blätter wurde uns von abgeraten, die verstopfen die ganzen wichtigen Ritzen. Wir haben nicht mehr unendlich viele Steine und Kleinkram. Wir dachten an Hackschnetzel. Was meint ihr? Ich brauch immer Anleitungen bis ins kleinste Detail, weil ich nichts falsch machen möchte.

Benjes Hecke erweitern

Wir sind ja nicht ganz fertig geworden und haben entschieden, die letzten Pfähle einzuschlagen, damit wir die Hecke vollends befüllen können. Das haben wir auch gemacht.

Alles liegt bereit.

Ich muss mal schauen ob ich ein Bild mit den eingeschlagenen Pfählen habe…

Okay ja, hier seht ihr es. Alle Pfähle sind drin!

Insektenbesuch

Während des Baus haben wir wieder allerlei süße Insekten getroffen. Aber schaut selbst.

Mein absolutes Highlight, die V-Fleck Springspinne 🥰

Es kamen noch eine Holzwespen – Schlupfwespe, ein gemeiner Grabkäfer, ein Braunbinden – Wellenstriemenspanner und ein Bäckerbock vorbei.

Invasives raus

Wir haben hier sehr sehr viele Robinien und späte Traubenkirschen.

Was heißt invasiv?

Beides sind invasive Neophyten. Sie verdrängen einheimische Pflanzen, da sie sich sehr stark ausbreiten und sich super gut anpassen können. Das klingt ja an sich erstmal nicht schlimm – eine Pflanze die sich gut anpassen kann und sich von alleine verbreitet?

Das Problem ist jedoch, dass unsere einheimische Tierwelt auf unsere einheimischen Pflanzen angewiesen sind (und diese auf die Tiere). Da hat sich über Jahrtausende ausgeklügelte Systeme entwickelt, Abhängigkeiten und Spezialisierungen. Da können eingewanderte Pflanzen nicht mithalten.

Raus damit

Also haben wir sehr sehr viele Robinien und auch späte Traubenkirschen rausgezogen.

Robinien machen endlos lange Wurzeln, an denen überall neue Bäume rauskommen können. Daher versuchen wir so viel Wurzeln wie möglich mit zu entfernen.

Hier könnt ihr ganz gut den aufgerissenen Boden sehen, wo die Robinienwurzel überall lang ging.

Pflanzen pflanzen

Anstelle der Robinien und späten Traubenkirschen hatten wir noch einige wurzelnackte aus unserer großen Bestellung vom Juni (?) über. Zwei Schneebälle, eine Schlehe, einen Weißdorn und eine Hechtrose. Die haben wir jetzt auch endlich mal eingepflanzt. Im Oktober kommen noch fünf Pfaffenhütchen, fünf Hundsrosen und fünf Fingersträucher.

Rankpflanzen

Ich hatte für die schicke Pergola mit dem Tor bereits einheimische Pflanzen bestellt, um diese beranken zu lassen. Zwei Geißblätter (Waldgeißblatt, Lonicera periclymenum und Echtes Geißblatt, Lonicera caprifolium) und eine Waldrebe (Clematis vitalba). Die beiden Geißblätter haben wir hinten an die Pergola gepflanzt.

Vorne dran habe ich wilden Wein, der bei uns so auf dem Grundstück wächst, umgepflanzt.

Die Clematis hinter eine tote Birke, in der Hoffnung dass sie diese berankt. Ich denke aber, ich muss ihr dazu noch etwas basteln.

Irgendwie hatte ich zwischendrin vergessen, dass es bei uns meist furztrocken ist und alle drei gekauften Ranker / Schlinger es gerne frisch bis feucht mögen…. Äh. Naja, vllt schaffen sie es ja so gut anzuwachsen, dass sie es bei uns überleben. Oops. Wie war das mit standortgerecht? Naja, wir machen alle mal Fehler.

Fazit Kröten- und Käferkeller

Was meint ihr, womit sollen wir den Keller auffüllen? Brauchen wir mehr Steine, oder Hackschnetzel? Oder lieber kleine Stöcker? Helft uns 🙂

Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir hoffentlich einen weiteren Lebensraum auf unserem Grundstück schaffen konnten.

Was für Naturmodule habt ihr auf euren Grundstücken?

Published inGartenNaturgarten

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: